Blogbeitrag von Corali Simowski zum Film:

 

„Die Sklaven der Gaskammern“

 

Ein Film, der den grausamen Alltag der Arbeiter des Sonderkommandos darstellt.

Arbeiter des Sonderkommandos waren jene, die dazu gezwungen wurden Abscheuliches in den Krematorien zu leisten. Sie mussten den Menschen, die zum Tode bestimmt waren, helfen, sich vor der Gaskammer zu entkleiden. Sie waren gezwungen zu vertuschen, dass auf sie , nicht wie versprochen ein Bad wartete, sondern der grausame Tod.

Des Weiteren wurden sie dazu gezwungen anschließend den getöteten Menschen ihre Gebisse zu entnehmen, ihre Haare abzuschneiden sowie das letzte Hab und Gut, welches die Opfer an ihrem Körper trugen zu entwenden. Das alles nur, damit aus den Opfern noch Profit gemacht werden konnte. Als wäre all das nicht genug, mussten sie die Leichen in Öfen oder auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Zudem wird im Film erzählt, dass Menschen auch bei lebendigem Leibe verbrannt worden sind. Ein Leid, welches die Arbeiter des Sonderkommandos erlitten, was ich mir im schlimmsten Albtraum nicht erahnen, beziehungsweise vorstellen könnte. Nach unserem Besuch im Stammlagen Auschwitz I war ich bereits fassungslos über das Ausmaß dieser Katastrophe. Als ich jedoch am Nachmittag den Film über das Sonderkommando gesehen habe, in dem Zeitzeugen über ihr Leid als Arbeiter berichteten, überkam mich tiefe Trauer und großes Entsetzen. Im Film erzählen Zeitzeugen sehr realitätsnah über ihr eigenes und das Leid der Todesopfer. Besonders emotional mitgenommen war ich, als sich die Betroffenen selbst nicht einer Rolle zuordnen konnten. Waren sie nun Täter oder Opfer? Wie wurden sie von den anderen Menschen gesehen? Hierzu muss ich deutlich anmerken, dass keiner der Arbeiter des Sonderkommandos die Menschen in den Gaskammern vergast hat! Der Gedanke, dass diese vom Leid geprägten Menschen sich als Täter ansehen, war für mich wirklich sehr bedrückend. Sie kamen jedoch für sich selbst zu dem Entschluss, dass sie selber Opfer waren, die unter purem Zwang handelten. Der Gedanke, Opfer gewesen zu sein, verhalf den Arbeitern des Sonderkommandos bei der Verarbeitung der erlebten Ereignisse. Zudem wurde im Film das Ausmaß nochmal sehr deutlich. Der deutliche Bezug zur Realität, der mir am Vormittag im Stammlager etwas fehlte, um annähernd zu erahnen, was dort geschehen ist, wurde mir durch den Film gegeben. Meine Vorstellungen wurden deutlicher und zugleich von mehr Trauer und Entsetzen geprägt. Die Zahl der Todesopfer kann ich mir nun besser vorstellen, was mich sehr bedrückt.

Mein Fazit ist, dass ich den Film zu jeder Zeit weiter empfehlen würde, für diejenigen, die sich einen Realitätsbezug wünschen und die grauenhafte Wahrheit über die Krematorien erfahren wollen. Zur Zeit sind meine Gedanken bei den Todesopfern, den Arbeitern des Sonderkommandos sowie bei all denen, die im Konzentrationslager gefangen und misshandelt wurden und heute noch Leben.