Berlin ist meist kälter als der Niederrhein. Das hatten wir auf unserer Studienfahrt mit den Berufspraktikant*innen der Fachschule für Heilerziehungspflege nach Berlin schon in den ersten Tagen mitbekommen.

 Dann kamen wir aber doch ins Schwitzen, als wir im Theater RambaZamba an einer Theaterprobe zusammen mit Schauspielerinnen und

Schauspielern teilnahmen, die wir aus dem Fernsehen kannten, wie zum Beispiel Juliane Götze aus einem „Tatort“ und anderen Fernsehfilmen.

Juliane Götze leitete zu Beginn das gemeinsame Aufwärmtraining.  Anschließend probten wir gemeinsam eine Szene aus der aktuellen Produktion des Theaters, in der es um das Thema  „Flucht“ geht. Wie bewegt man sich, wenn man auf der Flucht ist? Schnell? Langsam?  Ängstlich? Wie bringt man das zum Ausdruck?

Sehr schnell wurde deutlich, dass unsere Schauspielpartner, alle Menschen mit Behinderung, sehr viel besser waren als wir, na ja, es sind halt auch ausgebildete Schauspieler*innen und somit Profis Ihres Fachs und sie haben uns mit viel Spaß und Selbstbewusstsein geholfen, uns nicht zu sehr zu blamieren.

Ach ja, neben der Führung von sehr authentischen Zeitzeugen im Stasigefängnis in Hohenschönhausen standen u.a. auch der Besuch bei „LiLuFru“ (Liebe, Lust und Frust), einer Sexualberatungsstelle für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Berlin,  und des Königin Elisabeth Herzberge Krankenhauses, das in einem Zentrum Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer psychischen Erkrankung mit besonderen Verhaltensherausforderungen behandelt,  auf dem Programm.

Beeindruckend war auch die Einführung in das Konzept in der Kreativwerkstatt „Thikwa“ für Menschen mit Behinderung, in der neben Tanz, Musik und Kunst auch eine Theaterwerkstatt angeboten wird. In der Vorstellung, die wir dann am Abend besucht haben, wurde mit Hilfe  von Klängen, Farben, Sprache und Musik eine „Porträtskizze über langsame Stille und lautes Innehalten“ entwickelt. Auch wenn wir mit Sicherheit längst nicht alles verstanden haben, so war es doch eine sehr beeindruckende schauspielerische Leistung und Inszenierung. Wahrscheinlich typisch Berlin!   

Ermutigend für die interessierten Berufspraktikant*innen war, dass sie in den verschiedenen Einrichtungen eingeladen  wurden, sich als Heilerziehungspfleger*innen zu bewerben und einmal für längere Zeit für Praktika oder einer Probearbeit nach Berlin zu kommen. Hilfen bei der Wohnungssuche bei einer eventuellen Einstellung wurden zugesagt.

Da hat sich die Fahrt doch gelohnt!