Seit dem Schuljahr 2017/18 kann man am Hermann-Gmeiner-Berufskolleg die Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Sozialassistent/in mit dem Schwerpunkt Heilerziehungspflege machen. Im Mai werden die ersten Schülerinnen und Schüler zur Abschlussprüfung antreten. Zeit, einmal Bilanz zu ziehen und zu gucken, was sich hinter dieser neuen Ausbildung verbirgt und welche Möglichkeiten sich jungen Menschen hier bieten. Zu diesem Zweck möchten wir Euch hier zwei Schülerinnen/Schüler der diesjährigen Abschlussklasse vorstellen:

Hallo Tugba und Maurice, wir haben am diesjährigen Anmeldetag eine Menge Fragen von interessierten Schülerinnen und Schülern gesammelt und möchten diese gerne an Euch weitergeben.

Was genau verbirgt sich eigentlich hinter dieser neuen Ausbildung?

Tugba: Ein/e Sozialassistent/in mit dem Schwerpunkt Heilerziehung arbeitet in der Behindertenhilfe. Er/Sie unterstützt in Zusammenarbeit mit Fachkräften Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des täglichen Lebens. Dazu zählen die Bereich Pflege, Erziehung sowie Förderung und Anleitung von Menschen aller Altersklassen – auch Kinder – mit geistiger, körperlicher, seelischer oder mehrfacher Behinderung.

Zum Beispiel hilft er/sie bei der Nahrungsaufnahme oder organisiert Freizeitaktivitäten. Ich habe in meinem letzten Praktikum mit einer Gruppe von Kindern zusammen Muffins gebacken, ein anderes Mal habe ich sie auf den Spielplatz begleitet.

Maurice: Ja, ich war im Winter in einer Wohngruppe für Kinder mit Behinderung. Wir waren zusammen Schlittenfahren, das war ein tolles Erlebnis!

Wo kann ich denn arbeiten?

Maurice: Das ist total verschieden. Es gibt wirklich viele Möglichkeiten. Das haben wir auch bei den Praktika gemerkt, die wir im Rahmen der Ausbildung gemacht haben.

Man kann zum Beispiel in Wohn- oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung arbeiten. Andere arbeiten in privaten Haushalten oder als Integrationshelfer in Kindertagesstätten und Förderschulen.

Wann bin ich für den Beruf geeignet?

Tugba: Auf jeden Fall muss man einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder nach Klasse 10 haben. Aber natürlich sollte man Motivation, Interesse an dem Beruf haben und Lust auf Praxis.

Wie sieht so eine schulische Ausbildung aus?

Maurice: Am Anfang der Ausbildung hat man erst einmal Unterricht. Es ist ja wichtig, dass man sich auch untereinander in der Klasse kennenlernt, dann beginnt aber sehr schnell schon das erste Praktikum. Das ist auch echt wichtig, damit man weiß, was da in dem Beruf auf einen zukommt.

Die meiste Zeit hatten wir wöchentlich 3 Tage Unterricht und 2 Tage Praktikum in einer Einrichtung. Dazu gibt es weitere Unterrichts- und Praktikumsphasen in Blockform. Insgesamt muss man 16 Wochen Praktikum machen

Jede/r Schüler bekommt außerdem einen sogenannten Betreuungslehrer für die gesamte Ausbildung zugeteilt. Er ist erster Ansprechpartner für alle möglichen Fragen und betreut einen auch im Praktikum. Das finde ich total gut!<

Ich bin jetzt eigentlich schulmüde und habe keinen Bock mehr auf Schule. Sollte ich trotzdem die schulische Ausbildung machen?

Maurice: Man kann trotzdem die Ausbildung machen. Man hat während der gesamten Ausbildung viele Praktika. Ich fand gut, dass man dabei immer wieder in neuen Einrichtungen war und so immer wieder auch neue Arbeitsfelder kennenlernen konnte. In einer dualen Ausbildung wäre man ja immer nur in einem Betrieb.

Was zeichnet eurer Meinung nach die Ausbildung und die Schule aus?

Tugba: Ich habe die Ausbildung als schonenden Einstieg in die Arbeitswelt erlebt. Man bekommt in der Schule und in den Praktikumseinrichtungen viel Unterstützung.

Der Unterricht fand am Schulstandort in Kamp-Lintfort statt. Der kleine Standort hat auch viele Vorteile. Der Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern ist sehr eng und man kann immer mit ihnen sprechen. Außerdem haben wir hier immer Räume, in die man sich bei Gruppenarbeiten mal eben zurückziehen kann.

Eigentlich möchte ich Heilerziehungspfleger werden, macht es überhaupt Sinn erst die Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Sozialassistenten/in mit dem Schwerpunkt Heilerziehungzu absolvieren

Maurice: Auf jeden Fall! Tugba und ich haben uns für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger beworben und direkt eine Zusage bekommen. Wir konnten jetzt schon ganz viel lernen und denken, dass uns die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger sicher viel leichter fällt als anderen.

Wie sind überhaupt die Jobaussichten?

Tugba: Im Moment sehr gut. Unsere Mitschülerin Sarah hat bereits einen Vertrag in einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung unterschrieben. Und viele Förderschulen suchen aktuell noch Sozialassistenten mit dem Schwerpunkt Heilerziehung, die dort als Integrationshelfer arbeiten.

Was sagen Schüler, die dieses Jahr zur Prüfung antreten? Würdet ihr die Ausbildung empfehlen?

Tugba und Maurice: Wir würden beide die Ausbildung wieder machen!

 

Aktuell sind noch Plätze in der Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Sozialassistenten/in mit dem Schwerpunkt Heilerziehung zu vergeben.

Der nächste Anmeldetermin ist am Mittwoch, 27.03.2019 in der Zeit von 13.00-16.00 Uhr.

Weitere Informationen dazu sind auch auf unserer Homepage zu finden unter den Bereichen „Bildungsangebot“ und „Anmeldung“:

http://cms3.hgb-moers.de/index.php