„Was mich bewegt“- ist der Arbeitstitel eines Filmprojektes, das im letzten Schuljahr mit Schülerinnen und Schülern der Internationalen Förderklasse und der Ausbildungsvorbereitung durchgeführt wurde.

 Die Kurzfilme wurden filmisch durch den Regisseur Frederick Göke und dem Kameramann Andrei Turcan umgesetzt.

Dieses Projekt wurde durch die Maßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Kultur macht stark“ und den Bündnispartnern SCI:Moers, dem HGB und dem Kulturbüro der Stadt Moers realisiert.

Nach der eindrucksvollen Filmpremiere im November 2019 im Atlantic Kino Moers war es am Donnerstag, den 30.01.20 soweit: Interessierte Klassen, Lehrerinnen und Lehrer des HGB und eine Klasse des Mercator Berufskollegs konnten sich die Kurzfilme anschauen, darüber diskutieren und selber Ideen und Themen für ein zukünftiges Projekt entwickeln.

Die Kurzfilme geben besondere Einblicke in jugendtypische Themen, gesellschaftspolitische Erfahrungen und Forderungen, die die Hauptdarsteller zur Teilnahme an dem Filmprojekt motiviert haben. Zum Teil sind es eigene Geschichten, vor allem aber sind es Themen, für die sie sich stark und andere darauf aufmerksam machen wollen.

So setzt sich Berina Kovacevic, Schülerin der Berufsfachschule Kinderpflege, im Film mit dem Titel „Der innere Spiegel“ mit dem Thema Schönheitswahn und Selbstfindung auseinander. Im Film zeigt sie sehr bewegend und eindrucksvoll, wie schwer es ist, sich dem gesellschaftlich anerkannten Bild einer jungen, immer modisch gekleideten und geschminkten Frau zu entziehen und sich selbst zu erkennen. Die Klasse von Berina war erstaunt ihre Mitschülerin in einer für sie ungewohnten Rolle zu sehen. Zugleich brachten sie darin eine hohe Wertschätzung für die schauspielerische Leistung zum Ausdruck.  Im Austausch stellten die SuS auch fest, dass der Schönheitswahn nicht nur ein weibliches Phänomen ist, sondern durchaus auch die männliche Jugend erreicht hat. 

Mit seinem Film „Unter Kontrolle“  zeigte Aro Sulaiman, Schüler der Berufsfachschule Körperpflege, wie schwer es als junger Mensch mit arabischem Hintergrund ist seine Homosexualität anzuerkennen und zu leben. Die innere Zerrissenheit, die Zweifel und Ängste eines jungen Mannes gingen unter die Haut. In der anschließenden Diskussion mit den Klassen wurde deutlich, dass Homosexualität ein Thema ist, dass auch in unserer Gesellschaft immer noch mit Tabus besetzt ist. 

Hanan Abdul-Kader (Höhere Berufsfachschule Gesundheit und Soziales) und Sadam Saad (Berufsfachschule Gesundheit) widmeten sich in ihrem Film „Waste(d)“ dem Thema Klimawandel und Umweltschutz. Sie zeigten auf humorvolle Weise, was jeder Einzelne von uns beitragen kann, um unsere Umwelt zu schützen. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler waren begeistert. Eine Schülerin meinte dann auch: „Das ist ja wie ein Werbefilm für Umweltschutz!“

 

In ihrem Film „Societys Insanity“ beleuchteten Armita Amani (Berufsfachschule Gesundheit – Profilklasse für Pflege und Daniel Sheydali (Berufsfachschule Gesundheit – Profilklasse für Pflege) gesellschaftlichen Irrsinn am Beispiel des Blutgeldes (Diya) und institutionelle Hürden in unserem System. Anhand von Beispielen aus Deutschland und ihrem Heimatland/dem Iran, zeigten sie wie Institutionen das Leben von  Menschen bestimmen können. In überspitzter, aber auch komischer Weise zeigten sie wie absurd, vorurteilsbehaftet und sogar menschenverachtend das Zusammentreffen von Menschen sein kann.

Im Anschluss an jeden Film konnte das Publikum Fragen an die jungen Schauspieltalente stellen. Außerdem erhielten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre Gefühle und Gedanken zu den in den Filmen dargestellten Themen zu äußern und darüber zu diskutieren.

Zum Abschluss der Vorführung gaben die beiden Moderatorinnen, Frau Ramirez und Frau Kalaitzidou,  den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit Themen zu nennen, die sie bewegen bzw. interessieren. Dabei wurden Liebe und Freundschaft, psychische Krankheiten, Familie, Drogensucht aber auch alltäglicher Rassismus und Gleichberechtigung und vieles mehr genannt.

Eine bunte Auswahl an Themen kam zusammen, die wir in vielfältiger Weise auch im Unterricht aufgreifen werden.

Etliche Interessierte „Schauspieler*innen“ aus diversen Klassen haben ihr Interesse schon mitgeteilt, sodass wir hoffen, im nächsten Schuljahr ein weiteres Filmprojekt realisieren zu können.