„Alles Gute auf der Welt geschieht nur,

wenn einer mehr tut, als er tun muss.

Das Gute, das ich nicht tue,

kann niemand für mich tun.“

-Hermann Gmeiner-

 

Der Begriff "Nachhaltigkeit“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es ist hip und modern, nachhaltig zu leben, „bio“ einzukaufen, fair gehandelten Kaffee zu trinken, Lebensmittel sogar selbst anzubauen, Urlaub in Privatwohnungen zu machen, Kleidung zu tauschen, E-Bike statt Auto zu fahren, Einkaufsnetze zu nutzen und für den Klimaschutz auf der Straße zu demonstrieren.

Aber was bedeutet das eigentlich?

Das Nachhaltigkeitskonzept greift im Ursprung ein Prinzip aus der Forstwirtschaft auf, welches besagt, dass man dem Wald innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht mehr Holz entnehmen darf, als in der gleichen Zeit in entsprechender Qualität nachwachsen kann.

Doch das Konzept der Nachhaltigkeit umfasst mehr als Ressourcen zu schonen, die Umwelt nicht zu belasten, Maßnahmen zum Klimaschutz zu ergreifen und mit Gütern und Lebensmitteln verantwortungsvoll und achtsam umzugehen. Mit diesem Konzept ist auch die Hoffnung auf faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit verbunden, die Bekämpfung von Armut und Hunger, die Sicherung von Gesundheit und Bildung.

Somit ist unser Handeln, sowohl privat als auch im Beruf, dann nachhaltig, wenn es den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne dadurch die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden und ökologische, ökonomische sowie soziale Missstände einzudämmen.

Doch Begriffe werden meistens erst dann richtig verständlich, wenn sie mit Ideen und dadurch mit Leben gefüllt werden und so entwickeln die LehrerInnen des 2012 gegründeten Arbeitskreises Nachhaltigkeit gemeinsam mit Kollegium und Schülerschaft ständig neue Ideen, um nachhaltig Verantwortung zu übernehmen. Hierbei kommt insbesondere dem aus SchülerInnen bestehenden Fairtrade-Schoolteam, der FairCrew, eine wichtige Rolle zu, da hier Anliegen vorgebracht und kritisch diskutiert werden können. Diese Arbeitsgruppe lädt dazu ein, sich und andere für nachhaltige Themen mit speziellem Fokus auf den Fairen Handel zu motivieren und auch zu leben.

 

Nachhaltigkeit am HGB:

 

Statements AK-Mitglieder:

Solveig Hessmann:

Mein Name ist Solveig Hessmann und bereits während meines Oecotrophologie-Studiums an der Hochschule Niederrhein hat mich das Thema "Welternährung" sehr beschäftigt. Spätestens aber nach einem Auslandssemester in Brasilien wusste ich, dass ich im Bereich der Entwicklungshilfe tätig werden möchte. Das dies allerdings im eigenen Land am Hermann-Gmeiner-Berufskolleg sein sollte, war nicht mein ursprünglicher Plan. Doch gerade in der Arbeit mit engagierten jungen Menschen und motivierten KollegInnen können zahlreiche Wege gefunden werden, um die Welt positiv zu gestalten. Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit ist für mich eine Möglichkeit, in kleinen Teilen zur Verbesserung der Welt beizutragen. Und sollte nicht jeder von uns zunächst für das eigene Tun und Handeln Verantwortung übernehmen und bei sich selbst anfangen, etwas zu verändern? In den großartigen Ideen und Projekten, die diesem Kreis entwachsen und welche ich mit Herzblut begleite, wird deutlich, dass wir gemeinsam Großes bewegen können, wenn wir beginnen, auf die kleinen Details zu achten und stets das Morgen mitdenken. Mit einem Blick über den eigenen Tellerrand und Wertschätzung gegenüber Umwelt und Mensch wirkt am HGB durch den AK Nachhaltigkeit und das Fairtrade Schoolteam für mich der Zauber der Zukunft.

Luise Klose:

Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen (Mark Twain)

Ich bin Luise Klose und nachhaltig zu leben bedeutet für mich, sich bewusst zu sein, welche Konsequenzen die eigenen Handlungen auf die Umwelt haben können – sowohl in ökologischer, als auch in ökonomischer und gesellschaftlicher Sicht. Wir leben in einem der reichsten und sichersten Länder der Erde, haben Zugriff auf freie Bildung, Medizin, und Schutz durch den Staat– sowie Zugang zu einen Großteil der weltweiten Ressourcen. Dieser Luxus führt dazu, dass wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen können und müssen: Dinge, die wir verbrauchen, müssen nachhaltig benutzt werden, endliche Ressourcen, die wir benötigen, müssen schonend behandelt, unendliche Ressourcen dagegen energieeffizient und optimiert eingesetzt werden.

Ich bin dem AK Nachhaltigkeit beigetreten, weil ich überzeugt davon bin, dass eine Gruppe stärker ist, als eine einzelne Person: Gemeinsam sind wir bunt und kreativ, gemeinsam findet man neue Lösungen, Ideen und Herangehensweisen. Durch den Austausch mit KollegInnen und SchülerInnen kann das eigene Handeln reflektiert und letztlich verbessert werden. Und wie ein Stein, der in stilles Wasser geworfen wird, können viele kleine, einzelne und scheinbar unbedeutende Handlungen große Kreise ziehen und letztlich dafür sorgen, dass wir alle unserer Verantwortung für die Welt, die Gesellschaft und die Zukunft gerecht werden.

Christina Sonneborn:

Ich heiße Christina Sonneborn und bereits als Kind hat mich das Thema Umweltschutz und Schutz der Artenvielfalt sehr beschäftigt.

Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es bald keine heimischen Wildkatzen oder auch die unvorstellbar großen Blauwale mehr geben soll. Ich habe damals meine Mutter genötigt Geld für „Rettet die Wale“ zu spenden.

Heute hat für mich der Umwelt- und Naturschutz eine etwas andere Bedeutung. Es geht nicht nur um das Retten von „süßen Tieren“, sondern um den Erhalt unseres Lebensraumes, auch für folgende Generationen. Eben um „Nachhaltigkeit“.

Im AK Nachhaltigkeit habe ich Verbündete gefunden, mit denen ich mich mit Freude in neue Projekte stürzen kann. Wenn wir es dadurch zumindest bei einigen wenigen anderen schaffen, das Thema ins Bewusstsein zu rücken, dann haben wir die Welt ein kleines Stückchen besser gemacht.

 

Eva Hellebrandt:

Mein Name ist Eva Hellebrandt und mit Freude habe ich zu Beginn des Referendariats festgestellt, dass das Hermann-Gmeiner-Berufskolleg  sich mit viel Engagement dem Thema „Nachhaltigkeit“ widmet.

Meinen persönlichen Interessen entsprechend, bin ich dem Arbeitskreis beigetreten und beteilige mich nun voller Begeisterung an den zahlreichen Projekten sowie den kleinen und großen Ideen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit an unserer Schule.

Für mich ist es sehr wichtig bei unseren Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für nachhaltiges Denken und Handeln zu schaffen und einen Funken meiner eigenen Motivation an sie weiterzugeben!

 

 

Markus Klinger:

Mein Name ist Markus Klinger. Im Sommer 2018 habe ich mich entschlossen, meine Kochjacke statt in einem renommierten Restaurant lieber in der Großküche des HGB zu tragen. Bereits während meiner jahrzehntelangen Tätigkeit in der Gastronomie habe ich mich immer mal wieder mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Spätestens aber mit meinem Arbeitsbeginn am HGB, wurde mir klar, welche vielfältigen Möglichkeit sich mir in meinem Berufsfeld bieten, den nachhaltigen Gedanken an junge und engagierte Menschen weiterzutragen.

Aber ich sehe nicht nur im Arbeitskreis Nachhaltigkeit für mich die Chance insbesondere den nachhaltigen Gedanken weiterzugeben, sondern auch im privaten Bereich rege ich zunehmend Familie und Freunde an, fair und umweltbewusst zu handeln.

Als zweiter Vorsitzender des Köche Clubs in Essen achte ich besonders bei unseren Aktionen darauf, dass diese ebenfalls fair, nachhaltig und umweltbewusst ablaufen. Mir macht es besonders Spaß mit motivierten jungen Menschen, Freunden und KollegInnen an neuen Projekten zu arbeiten und diese zum Erfolg zu bringen. Denn was wir heute tun entscheidet darüber wie das Morgen aussieht.