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Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen. Ich kann nicht verstehen, dass man mit ihr bis heute so wenig sich abgegeben hat. Sie zu begründen hätte etwas Ungeheuerliches angesichts des Ungeheuerlichen, das sich zutrug.

 

Adorno, W. Theodor, Erziehung nach Auschwitz in: Erziehung zur Mündigkeit, Suhrkamp Verlag

Frankfurt 1971

Als Schule mit dem Schwerpunkt Erziehung und Soziales haben wir einen Auftrag!

Was Theodor W. Adorno schon 1966 in einem Rundfunkbeitrag  gesagt hat, gilt auch für uns als eine Schule, die Erziehung und Soziales als einen Fach-Schwerpunkt in ihrem Schulprofil hat. Nirgendwo kann man das so tief und anschaulich begreifen, als wenn man selbst nach Auschwitz fährt und dort vor Ort mit diesem Teil deutscher Vergangenheit konfrontiert ist. 2013 haben SchülerInnen zum ersten Mal eine solche Fahrt initiiert. Den Blog dazu kann man nachlesen!. Und alle Mitfahrenden waren sich einig: diese Erfahrung sollten so viele SchülerInnen und Studierenden wie möglich machen können. Deshalb bieten wir auch im Schuljahr 2014/2015 wieder eine solche Studienfahrt an, die wahrscheinlich in der Woche vor den Osterferien stattfinden wird. Mitfahren können bis zu 25 TeilnehmerInnen. Vier LehrerInnen aus Kamp-Lintfort und Moers werden die Fahrt begleiten. Sie kostet etwa 100 – 150 €, - je nach Zuschüssen, die wir einholen können. Da kommen vor allem die Stiftung Erinnern Ermöglichen aus NRW und das Deutsch-Polnische Jugendwerk in Frage. Organisiert wird die Fahrt mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.

 

Ablauf: Hin- und Rückflug mit Lufthansa ab Düsseldorf, Unterbringung in einem Tagungshaus vor Ort, Volle Verpflegung, Besichtigung mit deutschsprachiger Führung durch die Lager Auschwitz und Birkenau, Treffen mit einem Zeitzeugen (soweit noch möglich), Arbeit im Archiv, Besuch der Synagoge in Oswiecim, Exkursion nach Krakau in das Museum ‚Schindlers Fabrik‘. Vor Ort ist genug Zeit und Möglichkeit sich über das Erlebte auszutauschen, sich sportlich abzureagieren und auch Belastendes im Gespräch loszuwerden.

Vor- und Nachbereitung: es gibt mindestens 4 Vortreffen und ein Nachtreffen, bei denen die Teilnahme Pflicht ist. Vor der Fahrt beschäftigen wir uns mit historischen, psychologischen, erziehungswissenschaftliche, auch religiösen und allgemeinen Fragen zu Auschwitz. Jeder Teilnehmende muss außerdem ein Buch zum Thema lesen und rezensieren. Hinterher wird eine Dokumentation erstellt – die Mitarbeit daran ist ebenfalls verpflichtend.

Wir laden ein, sich dieser Erfahrung auszusetzen und sie kritisch und einfühlsam im Miteinander zu reflektieren. Dann ist es tatsächlich eine Erfahrung fürs Leben!

Gunda Wittich, Pfarrerin im Schuldienst

 

Lesen Sie auch den Blog zur Auschwitzfahrt 2013

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