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4. Tag 28.03.2015

Der Vormittag – Führung durch Schindlers Fabrik von  Laura Warnken und Kim Denz

Mit großen Erwartungen mehr über Schindler, seine Fabrik und den historischen Hintergrund zu erfahren, sind wir ins Museum nach Krakau gefahren. Dort angekommen, wirkte bereits das neu aussehende Gebäude fragwürdig – es schien nicht wirklich in die damalige Zeit zu passen.       Auch im Museum selbst wurden unsere hohen Erwartungen verfehlt. Es ging in erster Linie nicht um die Geschichte von Oskar Schindler, sondern um das Leben in Krakau zur Zeit der deutschen Besatzung, z.B. im Krakauer Getto.

Zudem mussten wir bei der Führung durch das Museum einen Kompromiss schließen – entweder der Referentin folgen oder die Ausstellung wahrnehmen. Da die Referentin ihre Führung zu schnell durchzog und es in den Räumen zu eng war, blieb keine Möglichkeit, sich in die interessanten Informationen und Ausstellungstücke wie beispielsweise den Propagandaplakaten, den Kinderbriefen und den nationalsozialistischen Flaggen zu vertiefen. Unserer Ansicht nach hat sich die Referentin (ca. 70-75) in dem zeitlichen Abschnitt der deutschen Besetzung Krakaus „verloren“, weil sie möglicherweise persönlich ergriffen von diesem Geschehen und eine Zeitzeugin war. Aus diesem Grund haben jedoch Hintergrundinformationen zu Schindlers Person, dem Konzept seiner Fabrik und die Abläufe des Vorgangs in letzterer gefehlt. Somit verließen wir enttäuscht und relativ erfahrungsarm das Museum.

Mit mehr Zeit und Muße wäre es sicherlich eine interessante und multimediale Ausstellung – allerdings nicht über Schindlers Leben.

 

Prägend war: die Umbenennung des Krakauer Marktplatzes und die dominante und manipulative Propaganda der Nationalsozialisten.

Der Nachmittag: Besichtigung von Krakau von Lena van Schoonhoven und Alena Fröhling

Nachdem wir in Schindlers Fabrik waren, sind wir mit dem Bus in die Altstadt von Krakau gefahren. Auf dem Weg dorthin, überkam uns beide ein Gefühl der Unsicherheit, als wir aus dem Fenster sahen. Denn es sah alles sehr kaputt und marode aus. Wir erinnerten uns an die Worte von der Museumsführerin aus der Schindler Ausstellung, die von einem Ghetto in dem Teil nach der Brücke berichtete. Und es passte für uns, es war ein Ghetto, wir sahen sogar die alte Ghettomauer. Dies minderte unsere Vorfreunde auf Krakau wesentlich, denn wir hatten nur vom schönen Krakau gehört. Doch blieb das Gefühl der Unsicherheit im Ghetto nicht lange an. Schon ein paar Straßen weiter sah es weniger schmutzig, alt und kaputt aus. Wir stiegen an einer Art Kirche aus, die unsere Vorfreude wieder steigerte. Denn unsere Erwartungen nach den letzten sehr aufwühlenden Tagen war sehr hoch. Wir wollten Ablenkung und auch einen Gegensatz zu den schlimmen Bildern der Vortage. Viele waren jedoch nicht so angetan, noch fünf Stunden in der Stadt herumzulaufen. Unsere kleine Gruppe war jedoch schnell draußen, denn wir waren hungrig. Nicht nur hungrig auf Essen, sondern auch hungrig auf Shoppen! Denn Shoppen macht bekanntlich glücklich. Und das brauchten wir nach den letzten Tagen. Viele ließen auch den Touri in sich raus und kauften sich in den Souvenirläden Kleinigkeiten wie Postkarten, Kühlschrankmagneten oder ähnliche Erinnerungsstücke. Andere liefen dafür knapp 12 Kilometer in der Stadt herum, um ihre Sehenswürdigkeiten wie die Marienkirche zu sehen.

 

Für andere war das Highlight der große Walzer/Samba Flashmobb auf dem Alten Marktplatz (siehe Video)

 

Viele genossen ihre Touri- oder Shoppingtour, während andere in dieser Zeit einfach nur “gechillt“ haben, da sie den Shoppinghunger nicht nachvollziehen konnten. Die Lehrer konnten diesen Hunger ebenfalls nicht nachvollziehen, sie erkundeten lieber in der Zeit die Wawelburg von Krakau. Als der erste Shoppinghunger gestillt war und noch mehr Euros in Zloty umgetauscht und “auf den Kopf gehauen wurden“, brach der eigentliche Hunger aus, welcher mit typisch polnischem Essen wie von McDonalds oder KFC gestillt wurde. Danach wurde weiter geshoppt oder weiter gechillt. Viele Träume wurden in unbekannten No Name Läden oder Läden wie Seaphora, Zara o.Ä. erfüllt.

 

Die Ausbeute reicht von Schuh bis Cardigan und geht über Makeup bis zu pinken Zigaretten. Natürlich wurden auch viele Fotos in der Zeit gemacht. Die Zeit war jedoch für die Shopper zu kurz, um alles zu sehen, was der Tourigruppe, besser geglückt ist. Am Ende wurde die Zeit auch knapp, um noch mehr Läden zu entern und sie ihrer Schätze zu berauben, um sie dann sein eigen nennen zu können. Am Ende ließen die meisten den Tag gemütlich auf einer Bank an einem kleinen Park ausklingen.
Wir zwei hätten uns definitiv noch mehr Zeit und Geld für die Stadt gewünscht. Nicht für das Shoppen, sondern auch um mehr zu sehen. Unsere Erwartungen wurden größtenteils erfüllt und unserer Meinung nach ist Krakau einen Besuch wert. Wir fahren nicht nur mit volleren Koffer zurück, wir fahren auch mit jeder Menge Erinnerungsfotos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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