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Schülerinnen und Schüler aus der HBFU und O, der FOS O und der AH 12 sowie ein Schüler aus der FSH fliegen am 16.10.2013 morgens früh mit 4 LehrerInnen von Düsseldorf nach Krakau und fahren von dort mit dem Zug nach Auschwitz. Dann werden wir selber sehen, was man von vielen Fotos kennt. Wir sind sehr gespannt, wie die Fotos sich von den Eindrücken unterscheiden. Aber wir freuen uns auch auf eine interessante Fahrt mit vielen Eindrücken und Begegnungen!

alt                                         Gunda Wittich, am 7.10.2013

 

Weshalb wir überhaupt dorthin fahren können?

Weil wir gute Förderungen bekommen! Denn ohne dem wäre es gar nicht möglich, mitten im Schuljahr fast 400 € aufzubringen, - soviel kostet eine solche Fahrt nämlich. Also haben wir uns nach Fördermitteln umgesehen, und haben welche bekommen oder zumindest schon zugesagt bekommen. Dafür sind wir dankbar und sagen auch gerne, wer uns diese Fördermittel hat zukommen lassen.

Zunächst einmal ist das die 'Stiftung Erinnern Ermöglichen', die jedem Jugendlichen in NRW eine solche Auschwitz-Studienfahrt ermöglichen möchte. Hier bekommen wir die größte Födersumme! Danke! Wer mehr wissen will: http://www.erinnern-ermoeglichen.de

Dann hat auch der Evangelische Kirchenkreis Moers für diese außerschulische Berufsschularbeit einen Beitrag geleistet: weitere Infos zum Förderer: http://www.kirche-moers.de/

Außerdem hat uns das Deutsch-Polnische Jugendwerk einer Förderung für würdig befunden, - aber denen ist gerade das Geld ausgegangen. Deshalb stehen wir hier auf einer Warteliste. Also hoffen wir eine Runde. Infos unter: http://www.dpjw.org/.

Insgesamt bei der Organisation war die 'Aktion Sühnezeichen' hilfreich.  Info: http://www.asf-ev.de/ Auch denen danken wir für ihre Unterstützung!

friedensdienste_919561-919562-1.jpg       7.10.2013

Es schreiben: Jana, Jil und Noa:

Unsere anfangs nicht ganz ernst gemeinte Idee ist Wirklichkeit geworden

Im ersten Halbjahr der Unterstufe saßen wir zu viert auf dem Tisch und juxten rum. Nach dem Reli- Unterricht bei Frau Wittich zum Thema Judenverfolgung hatten wir die spontane Idee, dass wir das im Unterricht Besprochene in der Realität nachvollziehen möchten. Wir nahmen uns selber nicht Ernst, keiner von uns glaubte daran, dass so etwas klappen könnte. Doch dann kam eines Tages, ein paar Wochen später Frau Wittich in den Unterricht und hatte eine frohe Botschaft zu verkünden. Sie hatte sich überlegt, wir fahren nach Auschwitz. Sie hatte sich bereits über alle Formalitäten erkundigt, wir meldeten uns noch am selben Abend per Email bei ihr an. Und bevor wir wussten, wie uns geschah saßen wir im ersten Vortreffen.

Erst als wir am 16. Oktober um 7 Uhr mit dem Flugzeug in Düsseldorf abhoben, merkten wir, dass unser Wunsch Wirklichkeit geworden war.

Danke dafür!

 

16.10.2013, Oswiecim, abends sehr spaet um 20 Uhr

Es schreiben: die LehrerInnen (alle andern sind total kaputt).

Um 5 Uhr sind wir in Duesselsorf am Flughafen gewesen; unter lauter Business-Menschen in blauen Hemden und gestreiften Anzuegen, die  alle genau wussten, wo sie sich anstellen mussten und von denen keiner den Pass vergessen hatte. Anders als bei uns und unseren SchuelerInnen... Aber wir haben alle Komplikationen bewaeltigt, selbst den Bahnexpress von Krakau nach Oswiecim (vormals  Auschwitz). Dabei ging einem schon durch den Kopf: das ist dieselbe Strecke wie damals, das Rattern ist auch das selbe. Aber alles andere ist anders. Erste beklemmende Gefuehle tauchen auf, wissen aber vor lauter Muedigkeit nicht so recht wohin. Das wars, liebe Leser, wir muessen ins Bett. Gute Nacht 20.15 Uhr

 

Martin schreibt:

Mehr oder minder puenktlich finden sich alle 21 Teilnehmer und deren 4Begleiter um 5 Uhr am Duesseldorfer Flughafen ein. Viele kennen sich bereits aus der Schule oder vom Sehen und der Kontakt zu den Uebrigen ist schnell geknuepft. Das, was alle vereint, ist die Spannung und die Neugier auf das grosse Unbekannte - auf das, was da wohl kommen mag. In freudiger Erwartung sind die Sicherheitsscheusen ohne grosse Zwischenfaelle passiert und alle Beteiligten haben sich mit gegebenfalls Benoetigtem in Duty free Shop eingedeckt. Schnell hat ein jeder seinen Platz in dem sehr kleinen und engen Flugzeug gefunden und die freundliche Stewardess Jenny unterweist in den neuesten Sicherheitsbestimmungen bezueglich Schwimmweste und Sauerstoff an Bord. Als wir die Wolkendecke durchbrechen, geht ein Raunen durch die Reihen, denn ueber den Wolken, vermag ein jeder nachvollziehen zu koennen, ist die Freihei twohl doch grenzenlos. Denn uns begleitet ein Sonnenaufgang bis fast nach Krakau, der fast seines Gleichen sucht. Unter uns ein Gebilde aehnlich einem tosendem Wellenmeer, ringsumher unendliche Weite - durchdrungen von samtig weichen, satten, gelben, sich bis ins Purpune ergiessende Sonnenstrahlen. Die Landung dauert eine gefuehlte Ewigkeit. Krakau ist in ein Aschgrau eingefasst und es regnet. So wie fast den Rest des Tages auch. Das erste Geld wird getauscht und der Shuttlebus bringt uns zum Bahnhof. Wir fahren mit der Bimmelbahn Farbe (O-Ton Schuelerin: in einem Hornhaut-Umbra) 20 Minuten zum Krakauer Hauptbahnhof. Und stellen fest: Auch am anderen Ende der Welt gibt es einen Deichmann. Die Einkaufsmall gleicht der anderer westlicher Grossstaedte und ist bis auf die Auspreisung in Slotty (?) auch nicht von anderen Metropolen Europas zu unterscheiden. Der erhoffte Wechselkurs zu unseren Gunsten erweist sich wie die Hoffnung auf schoenes Wetter als vergebens. Denn fuer einen Euro gibt es auf fremden Hoheitsgebiet nur 3 PLN. Die Kuechlein sind quietsch-suess und der Rest, bis auf ein paar Cents, genauso teuer. Auf der 2-stuendigen abendteuerlichen Zugreis nach Oswiecim wird viel gelacht und viel geschlafen. Denn bei den Ersten macht sich die fruehe Anreise bemerkbar. Unser klappriges, marodes Transportmittel quietscht und aechzt, doch wir kommen fast auf die Minute genau am Ziel an. Keiner ging verloren und auch ein liegengebliebenes Handy konnte noch rechtzeitig wieder eingefangen werden. Waehrend unser Gepaeck abgeholt wurde, entschied sich die Haelfte der Teilnehmer den Rest des Weges  zur Gedenkstaette zu Fuss zu gestalten. Waehrend sich der Rest der Truppe fuer je 5 PLN per Transfer zum Hotel fahren laesst. Wir beziehen die Zimmer, was sich zunaechst bei nur einer Dusche fuer 14 Teilnehmer als etwas schwierig erweist. Doch auch dafuer findet Frau Wittich eine Loesung: Es wird einfach nacheinander geduscht. Wir entspannen uns bei Tischtennis, einer Tasse Kaffee im doch verhaeltnismaessig guenstigen 1-Sterne-Hotel oder schlafen bis zum Abendbrot durch. Nach einer kurzen Einweisung des Konzeptes der Gedenkstaette und einem Ueberblick ueber die folgenden Tage laben wir uns an Weisbrot und Schnittkaese. Die beiden Teesorten sind uebrigens auch nicht zu verachten. Wir sind gespannt, denn morgen treffen wir auf einen Zeitzeugen und besuchen das Lager Auschwitz1. Gute Nacht

 

 

Mittwoch, 17. 10.2013

alt

Vormittag: Lara und Vanessa schreiben...

Nach der ersten Nacht sind wir mit einem leckeren Frühstück in den Tag gestartet. Um 08:40 Uhr haben wir uns auf den Weg in das Konzentrationslager Auschwitz 1 gemacht, wo schon eine Führerin auf uns wartete. Wir sind mit einem leichtsinnigem Gefühl durch den Eingang des Kz´s mit der Überschrift „Arbeit macht frei" hinein gegangen. Im folgendem wurden wir durch die einzelnen Blöcke geführt, wo uns verschiedene Bilder und Dokumente des Holocausts gezeigt wurden. In Block 8 wurden 2 Tonnen Haare ausgestellt, welche vor oder nach dem Tod den Häftlingen abgeschnitten wurden. Zum ersten mal wurde uns bewusst, wie grauenvoll all diese Taten waren. Uns sind viele Bilder durch den Kopf gegangen und zum Teil haben wir uns schuldig gefühlt für den schrecklichen und nicht nachvollziehbaren Umgang mit den Menschen. Danach wurden uns weitere Sachen von den Opfern gezeigt, wie zum Beispiel Schuhe, Kleidung, Brillen etc. Im Block 11 erwartete uns ein unveränderter Block mit vielen verschiedenen Räumen. Vor allem hat uns der Keller mit den Zellen und den Dunkelkammern mitgenommen, wo bis zu 40 Häftlinge auf kleinstem Raum gefangen waren. Zu allerletzt haben wir ein Krematorium mit den Öfen gezeigt bekommen.

Nach diesem schockierenden Vormittag können wir jetzt persönlich sagen, dass wir mit einem Schuld- und Trauergefühl das Kz verlassen haben. Wir stellen uns noch viele Fragen und müssen all das erst einmal auf uns wirken lassen.

Schöne Grüße aus Polen und einen wunderbaren letzten Schultag!

 

Nachmittags: Luna und Lisa schreiben...

Ignacy Arthur Krasnokucki kämpft mit der Power-Point- Präsentation, die Schüler hängen mehr oder minder aufmerksam nach einem anstrengenden Tag im Stammlager 1 in der zweiten Reihe (die erste blieb aus unerklärlichen Gründen frei). Nach beherztem Eingreifen von Frau Wittich gehorcht schliesslich auch die PPT. Unser Referent, der 88-jährige deutschsprechende Krasnokucki räusperte sich und stellte sich schliesslich als Überlebender des Holocaust vor.

Seine Erzählungen begannen als 14 Jähriger im Lotzer Judenghetto. Bewegend und doch mit Humor und voller Lebenslust berichtete er über seine Erlebnisse. Nach unerklärlichem Verschwinden seines Vaters und dem Tod seiner Mutter lebte er noch bis März 1944 im Ghetto. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Elektriker, welche Ihm noch oft das Leben retten sollte.

Nach seiner Deportation überlebte er mit viel Glück und Verstand mehrere Konzentrationslager, da er durch seinen Beruf als Elektriker für die Nazis von besonderem Nutzen war, blieben ihm die besonders vernichtenden und zum Tod führenden Arbeiten erspart. Bei einem Todesmarsch gelang ihm schliesslich die Flucht durch ein Abwasserrohr.

Diese hautnahe Begegnung mit diesem Zeitzeuge bewirkte bei uns Erstaunen, Betroffenheit und bei einzelnen auch Sekundenschlaf ( damit ist kein Schüler gemeint!).

Krasnokucki stellte sich im Laufe des Gesprächs immer wieder als lebendig,witziger Zeitzeuge dieser schrecklichen Epoche heraus.

Seine positive Einstellung zum Leben färbte durchweg auf alle Zuhörer ab.

Geschafft aber zufrieden geht es heute nur noch ins Bett.

Somit freundliche Grüße aus Polen und eine gute Nacht.

 

Abends: Die LehrerInnen schreiben:

Boh, sind wir mit tollen Schuelerinnen und Schuelern unterwegs! Die hatten heute wirklich viel zu verpacken, aber das war gut. Wir sind sehr beeindruckt von ihnen und freuen uns, dass wir mit ihnen hier sind. Die lernen hier mehr als sonst in einem Jahr. Aber es ist auch so anstrengend. Wir alle muessen es jetzt erst mal sacken lassen. Brauchen Schlaf und Schokolade.

 

Donnerstag, 18. 10. 2013

alt

 

Vormittags: Jana, Jil und Noa schreiben:

Zur Abfahrt um 9 Uhr, Frau Wittich und die Busfahrer warteten. Nachdem alle Schüler eingetrudelt waren, fuhren wir zum Lager Auschwitz 2 – Birkenau. Um uns einen Überblick des Lagers zu verschaffen, wurden wir von unserer Führerin auf den Wachturm gebracht. Birkenau lag uns zu Füßen und wir konnten es in all seinen Dimensionen erfassen. Auf 3x 1km waren 90.000 Menschen eingesperrt. Um sich dies vor Augen zu führen: Dies entspricht etwa der Einwohnerzahl von Moers mit seinen Vororten. 

Sehr bewegend waren für uns die Kinder- Baracken. Inmitten von matratzenlosen Pritschen, Kälte und Dunkelheit befanden sich kindgerechte und fröhliche Bilder an den Wänden. Diese wurden von erwachsenen KZ- Insassen für die Kinder gezeichnet, um ihnen zu zeigen, dass es noch Hoffnung auf ein Leben nach dem KZ – Aufenthalt geben könnte.

Schockierend waren auch die Hygienebedingungen. Für 2000 Häftlinge standen 210 Latrinen zur Verfügung. Das bedeutet für jeden Insassen im Durchschnitt eine Minute Zeit für den morgendlichen Toilettengang. Von Toiletten jedoch kann hier nicht die Rede sein. Wir empfanden es als menschenverachtende Zustände. Längliche Betonbannen, darauf Betondeckel mit Löchern. Dies zeigt uns sehr deutlich, dass die Menschen dort nicht als Menschen gesehen wurden.

Unsere nächste Station waren Rampe, Vergasung und Krematorien. Täglich kamen bis zu 2000 Menschen dorthin, die nach Selektion direkt in die Gaskammer geschickt wurden. In Auschwitz 1 befindet sich das sogenannte Buch der Bücher mit ca. 16080 Seiten, eng beschrieben mit den Namen der in Auschwitz ermordeten Menschen. In den Ruinen der unterirdisch gelegenen Gaskammern wurden 700 Menschen gleichzeitig ermordet. Nach ca. 25 Minuten wurden die Gaskammern geöffnet und die Leichen standen so eng beieinander, dass sie nicht einmal umfallen konnten, sondern tot standen.

Im Gegensatz zu dieser skrupellosen Vergangenheit begegnete uns in Auschwitz- Birkenau aber auch die Hoffnung. Als wir auf dem Wachturm standen, erlebten wir die Ankunft einer großen Gruppe israelischer Jugendlicher. Aus ca. 500m Entfernung gingen sie auf der alten Zugstrecke. Das erste, was wir wahrnahmen waren viele im Wind flatternde israelische Flaggen – weißer Grund mit blauem Davidstern sowie blauen Querstreifen. Ein leuchtender Kontrast zum grauen, regnerischen und windigem Wetter.

Für uns war Birkenau ein Ort der Trauer und Betroffenheit, doch trotzdem Hoffnung. Die israelischen Jugendlichen haben uns gezeigt, dass die Menschen, die dieses Grauen überlebt haben und die Hoffnung nicht aufgegeben haben, einen neuen jüdischen Staat gegründet haben. Und somit einen neuen Anfang für die Menschheit und Menschlichkeit ermöglicht haben.

 

Nachmittags: Herr Bir schreibt...

 

Sind auch Moerser Juden in Auschwitz gestorben???

Mit dieser spannenden Frage sind wir heute ins Archiv vom Stammlager Auschwitz zurückgekehrt. Wir wollten gucken, ob wir die Lebensgeschichte von Juden aus Moers, von denen wir auch im Religionsunterricht gesprochen haben, zurückverfolgen können.

Und tatsächlich: Von ganz vielen ehemaligen Moerser Einwohnern fanden wir Dokumente in Auschwitz! Wir konnten selber erforschen, wann sie deportiert wurden, wann sie in Auschwitz aufgenommen wurden und manchmal konnten wir auch die ‚offizielle‘ Todesursache in Originaldokumenten bzw. Kopien nachlesen. Die Archivarin von Auschwitz hat uns dabei sehr geholfen, da sie schon vor unserer Ankunft mögliche Bücher herausgesucht hat, in denen wir Infos finden könnten.

Natürlich suchte auch jeder von uns seinen eigenen Familiennamen in den Büchern. Manch einer wurde fündig, weil sein Name relativ häufig ist; doch auch andere, mit seltenerem Namen, fand ihren Familiennamen in den Deportationslisten… Kann das sein? Haben wir Familienmitglieder, die in Auschwitz vergast worden sind? Da werden wohl manche von uns noch weiterforschen müssen….

 

Samstag, 19.10.2013

Vormittag: Fabian und Kevin…

Der heutige Tag war für uns eine Weiterführung von prägenden und traurigen Eindrücken der Geschichte des zweiten Weltkrieges. Aber wir fanden die heutige Exkursion nicht, wie wir es uns vorgestellt hatten.  Wir hatten viele Informationen über Oscar Schindler erwartet. In Schindlers Fabrik erwarteten uns  lediglich grundlegende Informationen über die Geschichte von Krakau und nur ganz wenige Fakten über Oscar Schindler. In der zum Museum umgebauten Fabrik von Schindler wurde uns die Sichtweise von Juden, Deutschen und Polen in Bezug auf die Kriegserlebnisse veranschaulicht. Die Gestalter haben das Museum nach den Zeitgeschehnissen konstruiert. In einem ganz starken Zeitraffer, die Jahre von 1937-1945 wurden uns in 1,5 Stunden gezeigt, fühlten wir uns wie die Menschen in Krakau. Soundkulissen, verschiedene Bodenbeläge, Bilder, Lichteffekte und nachgebaute Räume hinterließen einen tiefen Eindruck bei uns. Einzig unsere Museumsführerin nervte uns sehr. Ihre langatmigen Erzählungen lenkten uns von dem gut aufgebauten und gut gestalteten  Museum ab.

Den Rest des Tages konnten wir in Krakau ausklingen lassen. Das riesige modern aufgebaute Einkaufszentrum „Galeria“ und die umwerfend schöne Altstadt mit dem imposanten „Rynek“ (Marktplatz) waren ein gelungener Abschluss eines emotionalen und informativen Tages in Krakau. So,… nachdem wir jetzt unsere Pflicht vollbracht haben, müssen wir jetzt in den Keller um unsere Lehrer im Tischtennis abzuziehen.

Nachmittags: Mathias schreibt…

Im Gegensatz zu den letzten beiden Tagen konnte ich mich auf das Tagesprogramm freuen, da wir „normale“ Sachen vorhatten und nicht schon wieder mit Sterben und Leid konfrontiert wurden.

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus nach Krakau gefahren, um zuerst das Museum von „Schindlers Fabrik“ zu besuchen. Dieses Museum war zu meinem Erstaunen sehr modern und für mich interessant, normalerweise bin ich nur schwer für Museen zu begeistern. Durch die deutsche Museumsführerin war der Besuch sehr informativ, es standen aber nicht reine Informationen im Vordergrund. Durch echte Kulissen wie z.B. im dunklen Licht einer Ghetto-Mauer, ein authentisches Judenversteck im Keller eines Hauses konnte man sich in die damalige Zeit und vorallem in die Lebens Situation hinein versetzten.

Gegen 13 Uhr hatte ich dann wieder mein ganz „normales“ Leben wieder.

Zuerst besuchte ich wie bei jedem meiner Polenbesuche – meine Eltern stammen aus Polen – einen Friseur. 30Zl, ca. 7,50€ waren vergleichsweiße für Polen teuer aber der Friseur hat sich Zeit und Mühe gegeben und ich mich zufrieden gestellt. J

Insgesamt war es ein sehr angenehmer Tag. Auch wenn unsere Lehrer echt erträglich sind, war es doch angenehm den schönen sonnigen Nachmittag für sich alleine zu haben. Ich habe geshoppt und Geschenke gekauft, im Restaurant gut gegessen und bei Starbucks einen Cappuccino gekauft, den ich im Nachhinein bereut habe zu kaufen, da Starbucks überall gleich schmeckt und auch in Polen nichts „besonders“ ist. Am Wawel, dem historischen Burgberg von Krakau, habe ich sehr interessante Cafes entdeckt. Hier hätte ich meinen Kaffee trinken sollen, bei schönem Blick auf die Weichsel, strahlendem Sonnenschein und toller Atmosphäre. Was ich zum Schluss schön fand: Am Busplatzt direkt an der Weichsel saßen 4 ältere Männer, die sich unterhielten und Schach spielten.

So was mag ich, da es heute selten vorkommt, dass man sich draußen trifft und mit einander spielt.

 

Sonntag, 20 10.2013

 

Vormittags: Es schreiben Baris, Jamie und Jannik….

 

Heute, Sonntagmorgen hat uns unser letzter Ausflug zur Synagoge geführt. Auf der Fahrt dorthin sah ich zufällig aus dem Autofenster, dort sah ich eine graue Mauer (Ausschwitz 1). Dabei dachte ich ich: „ Warum hat man so viele Menschen dort eingesperrt?“. Die Synagoge sah auf den ersten Blick nicht wie ein Gotteshaus aus. Die Innenausstattung war erstaunlich groß im Vergleich zur äußeren Erscheinung des Gebäudes. Der erste Eindruck verschaffte uns keine große Lust auf eine Führung. Es gab keine sonderlich interessanten Dinge innerhalb zur Synagoge. Dazu konnten wir den eigentlichen Gebetsraum nicht betreten, weil dort ein Team vom WDR einen Film drehte. Der Film wird heißen „ Die Berührung des Engels“ und wird vorausichtlich Ende Januar 2014 bei WDR ausgestrahlt. Was uns sehr beeindruckt hat und bei uns haften geblieben ist, ist, war eine Persönliche Geschichte. Von den 7500 Juden die in Oswiencin vor dem 2. Weltkrieg gelebt haben, sind nach dem Krieg lediglich 200 zurückgekehrt. Bis auf einen einzigen Mann haben die Juden die Stadt wieder verlassen. Dieser letzte Jude in Oswiencin lebte bis zu seinem Tod alleine in seinen Haus. Er kommunizierte nur noch mit dem Postboten, dabei stellte er sich nicht mehr mit seinem Namen, sondern  nur noch mit seiner im Arm eintätowierten Personifizierungsnummer des KZ vor. Die Geschichte dieses Mannes wird uns allen in Gedächtnis bleiben. Schade fanden wir aber, dass wir nichts über den Ablauf des Jüdischen Gottesdienst und den Aufbau einer Synagoge erfahren haben.

  

Nachmittags: Es schreiben Angie und Jennifer…

Heute Nachmittag hatten diejenigen, die wollten, nochmals die Gelegenheit das KZ Auschwitz Stammlager 1 für sich oder in kleinen Gruppen zu besichtigen. Ein Teil der Gruppe ging zur Todesmauer im KZ um dort Kerzen anzuzünden und Blumen hinzulegen, da es uns ein Bedürfnis war der Opfer zu gedenken. In den verschiedenen Blocks/Häusern des KZ’s, waren kleine Ausstellungen, wo verschiedene Fotos waren zum Thema Holocaust in den verschiedenen Nationen wie bspw. Holland, Österreich, Ungarn usw. Wir waren in der holländischen Ausstellung, wo man auch Bilder von Anne Frank sehen konnte. Hier vor Ort war die Betroffenheit noch größer, als beim bloßen Lesen des Buches. Ebenso wurde hier das Leid der Menschen noch mehr verdeutlicht. Die Holländer zeigten Bilder betroffener Menschen, indem ihr Leben vor dem Holocaust aufgezeigt wurde. Im weiteren Verlauf der Ausstellung wurde gezeigt, wie die Menschen nach und nach durch den Krieg ihr Leben aufgeben mussten. Zum Abschluss gingen wir nochmal über das  Gelände, bis zum Krematorium und nahmen die Örtlichkeiten noch viel intensiver und betroffener wahr, als noch bei der ersten Besichtigung am Donnerstag.

Dies war für uns alle eine sehr eindrucksvolle Woche, die wir so schnell auch nicht vergessen werden und wir sind froh und dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu können.

 

 

Montag, 21.10.2013

Mittags in Moers: Es schreibt: die Lehrerin, die alles organisiert hat...

So, wieder zu Hause. Wir mussten früh raus, das haben aber alle geschafft. Und mit einem Kaffee und einem Lunchpaket ging es zum Flughafen. Alles klappte, nichts ging schief, so dass wir gegen Mittag in Düsseldorf am Flughafen ankamen und uns müde, hungrig und voller Erwartungen auf unser Zuhause von einander verabschieden konnten.

Es war eine sehr erlebnisreiche und eindrückliche Reise. Wir werden noch dran zu knacken haben. Keiner von uns ist mehr derselbe wie vor der Fahrt. Diese Erfahrung wird unser Leben verändern. Wir sind mal gespannt, wie!

 

Und ich bin froh, dass alle wieder glücklich zu Hause sind! und jetzt:  FERIEN!

 


 

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